Schüßler-Salz-Tabletten: Inhaltsstoffe und Eigenschaften erklärt

Schüßler Salze Tabletten

Du fragst dich, was genau in deinen Schüßler-Salz-Tabletten steckt und wie diese einzigartigen Präparate auf deinen Körper wirken. Verstehe die grundlegenden Inhaltsstoffe und die biochemischen Prinzipien, die hinter der Anwendung von Schüßler-Salzen stehen, um fundierte Entscheidungen für dein Wohlbefinden zu treffen.

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Grundlagen der Schüßler-Salze: Biochemie und Wirkweise

Schüßler-Salze, auch als biochemische Funktionsmittel bekannt, basieren auf der Annahme, dass Krankheiten durch ein Ungleichgewicht bestimmter Mineralsalze im Körper entstehen. Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler entwickelte diese Theorie im späten 19. Jahrhundert und identifizierte zwölf Mineralsalze, die er als essenziell für die Zellfunktion ansah. Die heutige Anwendung von Schüßler-Salzen beruht auf der Idee, dass die Zufuhr dieser potenzierten Mineralsalze den Stoffwechsel und die Funktionen der Körperzellen unterstützt und reguliert.

Die 12 Schüßler-Salze: Ihre Rolle im Körper

Jedes der zwölf Hauptsalze ist spezifischen Funktionen und Geweben im Körper zugeordnet. Sie werden in Potenzierungen, meist D6 (verdünnt auf 1:1.000.000) oder D12 (verdünnt auf 1:1.000.000.000.000), verabreicht. Diese Verdünnungen sind so gestaltet, dass sie die Mineralsalze in einer Form freisetzen, die vom Körper gut aufgenommen werden kann, ohne den Elektrolythaushalt zu stören.

  • Schüßler-Salz Nr. 1: Calcium fluoratum (Calziumfluorid) – Dieses Salz ist ein wichtiger Bestandteil von Knochen, Zähnen, Bindegewebe, Haaren und Nägeln. Es verleiht Geweben Elastizität und Festigkeit.
  • Schüßler-Salz Nr. 2: Calcium phosphoricum (Calziumhydrogenphosphat) – Es ist das mengenmäßig wichtigste Mineralsalz im Körper und zentral für den Aufbau von Knochen und Zähnen sowie für die Nervenfunktion und Blutbildung.
  • Schüßler-Salz Nr. 3: Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat) – Bekannt als das Mittel für das Immunsystem und Entzündungen. Es ist wichtig für den Sauerstofftransport im Blut und die Abwehr von Infekten.
  • Schüßler-Salz Nr. 4: Kalium chloratum (Kaliumchlorid) – Spielt eine Rolle bei Entzündungen, besonders der Schleimhäute, und ist wichtig für die Blutgerinnung und den Stoffwechsel.
  • Schüßler-Salz Nr. 5: Kalium phosphoricum (Kaliumhydrogenphosphat) – Ein zentrales Salz für die Nerven, das Gehirn und die Muskulatur. Es unterstützt bei Erschöpfung, Schlafstörungen und geistiger Überanstrengung.
  • Schüßler-Salz Nr. 6: Kalium sulfuricum (Kaliumsulfat) – Beteiligt am Stoffwechsel und an der Ausscheidung von Stoffwechselprodukten. Es wird oft bei chronischen Entzündungen der Haut und Schleimhäute eingesetzt.
  • Schüßler-Salz Nr. 7: Magnesium phosphoricum (Magnesiumhydrogenphosphat) – Das „Krampfmittel“. Es ist wichtig für die Muskel- und Nervenfunktion und hilft bei Krämpfen, Koliken und Nervosität.
  • Schüßler-Salz Nr. 8: Natrium chloratum (Natriumchlorid) – Wichtig für den Wasserhaushalt des Körpers und die Regulierung des Flüssigkeitsgleichgewichts in den Zellen. Es wird oft bei trockenen Schleimhäuten und Ödemen eingesetzt.
  • Schüßler-Salz Nr. 9: Natrium phosphoricum (Natriumhydrogenphosphat) – Ein wichtiges Mittel zur Regulierung des Säure-Basen-Haushalts und des Stoffwechsels, besonders bei Übersäuerung und Verdauungsbeschwerden.
  • Schüßler-Salz Nr. 10: Natrium sulfuricum (Natriumsulfat) – Wirkt entgiftend und fördert die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten über die Nieren und den Darm.
  • Schüßler-Salz Nr. 11: Silicea (Kieselsäure) – Stärkt Bindegewebe, Haut, Haare und Nägel. Es wird oft bei brüchigen Nägeln, Haarausfall und Hautproblemen angewendet.
  • Schüßler-Salz Nr. 12: Calcium sulfuricum (Calciumsulfat) – Wird traditionell zur Unterstützung der Entgiftungsorgane und bei Gelenkproblemen eingesetzt.

Die Hilfsstoffe in Schüßler-Salz-Tabletten

Die Herstellung von Schüßler-Salz-Tabletten folgt einem strengen Prozess. Die Hauptbestandteile sind neben den potenzierten Mineralsalzen die Hilfsstoffe Laktose (Milchzucker) und ein geringer Anteil an Magnesiumstearat. Laktose dient als Trägermaterial, das die feinen Mineralstoffpotenzen aufnimmt und homogen verteilt. Magnesiumstearat wird in sehr geringer Menge als Trennmittel eingesetzt, um sicherzustellen, dass die Tabletten nicht an den Produktionsmaschinen kleben.

Die Bedeutung der Potenzierung

Die Potenzierung, also die Verdünnung und Verreibung, ist ein zentraler Aspekt der Schüßler-Salz-Herstellung. Sie nach homöopathischen Prinzipien. Dies soll bewirken, dass die Mineralsalze in einer Form vorliegen, die vom Körper leichter aufgenommen und verarbeitet werden kann. Die gängigsten Potenzen sind die D6 und D12. Die D-Potenzierung bedeutet, dass ein Teil der Substanz mit neun Teilen des Verdünnungsmittels versetzt und dann verrieben oder verschüttelt wird. Bei D6 wird dieser Vorgang sechs Mal wiederholt, bei D12 entsprechend zwölf Mal.

Tabelle: Übersicht der Hauptanwendungsgebiete der Schüßler-Salze

Schüßler-Salz Primäre Funktion/Zielgewebe Typische Anwendungsbereiche Chemische Bezeichnung
Nr. 1 Calcium fluoratum Bindegewebe, Knochen, Zähne, Hautelastizität Brüchige Nägel, trockene Haut, Gelenkbeschwerden, Dehnungsstreifen Calziumfluorid
Nr. 2 Calcium phosphoricum Knochen- und Zahnaufbau, Nerven, Blutbildung Wachstumsphasen bei Kindern, Rekonvaleszenz, Knochenheilung Calziumhydrogenphosphat
Nr. 3 Ferrum phosphoricum Immunsystem, Blut, Sauerstofftransport Erste Anzeichen von Erkältungen, Entzündungen, Blässe Eisenphosphat
Nr. 4 Kalium chloratum Schleimhäute, Blutgerinnung, Stoffwechsel Chronische Entzündungen der Schleimhäute (z.B. Hals, Nase), Verdauungsstörungen Kaliumchlorid
Nr. 5 Kalium phosphoricum Nerven, Gehirn, Muskulatur Stress, Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Nervosität Kaliumhydrogenphosphat
Nr. 6 Kalium sulfuricum Stoffwechsel, Ausscheidung Chronische Hautleiden, Verdauungsprobleme, Müdigkeit Kaliumsulfat
Nr. 7 Magnesium phosphoricum Muskeln, Nerven, Krämpfe Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, Menstruationsbeschwerden, Verdauungskoliken Magnesiumhydrogenphosphat
Nr. 8 Natrium chloratum Wasserhaushalt, Schleimhäute Trockene Augen und Schleimhäute, Schwellungen, Kopfschmerzen, Durst Natriumchlorid
Nr. 9 Natrium phosphoricum Säure-Basen-Haushalt, Stoffwechsel Übersäuerung, Verdauungsbeschwerden, Stoffwechselstörungen Natriumhydrogenphosphat
Nr. 10 Natrium sulfuricum Entgiftung, Ausscheidungsorgane Unterstützung der Entgiftung, Verdauungsbeschwerden, rheumatische Beschwerden Natriumsulfat
Nr. 11 Silicea Bindegewebe, Haut, Haare, Nägel Brüchige Haare und Nägel, Hautunreinheiten, Narbenbildung, Bindegewebsschwäche Kieselsäure
Nr. 12 Calcium sulfuricum Entgiftung, Gelenke Unterstützung der Leberfunktion, Gelenkbeschwerden, chronische Hautausschläge Calciumsulfat

Die „erweiterten“ Schüßler-Salze

Neben den zwölf Haupt-Salzen gibt es noch eine Gruppe von 15 „erweiterten“ oder „ergänzenden“ Schüßler-Salzen. Diese wurden später entwickelt und basieren auf der Idee, dass sie spezifische Funktionen ergänzen oder unterstützen können, die von den ursprünglichen zwölf Salzen nicht vollständig abgedeckt werden. Sie werden oft in Kombination mit den Hauptsalzen eingesetzt.

Schüßler Salze Tabletten
  • Nr. 13: Kalium arsenicosum – Für die Atmungsorgane und bei Hautausschlägen.
  • Nr. 14: Kalium bromatum – Bei Nervosität und Schlafstörungen.
  • Nr. 15: Kalium iodatum – Unterstützt den Stoffwechsel und die Schilddrüse.
  • Nr. 16: Lithium chloratum – Bei Gicht und Rheuma.
  • Nr. 17: Manganum sulfuricum – Für das Nervensystem und die Blutbildung.
  • Nr. 18: Calcium sulfuricum (wird manchmal zu den Hauptsalzen gezählt, manchmal zu den erweiterten) – Unterstützung der Entgiftung.
  • Nr. 19: Cuprum arsenicosum – Bei Krämpfen und Koliken.
  • Nr. 20: Kalium aluminum sulfuricum – Bei Verdauungsproblemen und rheumatischen Beschwerden.
  • Nr. 21: Zincum chloratum – Bei neurologischen Beschwerden und Stoffwechselstörungen.
  • Nr. 22: Calcium carbonicum – Unterstützung des Knochenstoffwechsels und bei chronischen Entzündungen.
  • Nr. 23: Lithium phosphoricum – Bei rheumatischen Beschwerden und Störungen des Nervensystems.
  • Nr. 24: Arsenum iodatum – Bei Entzündungen der Atemwege und bei Müdigkeit.
  • Nr. 25: Gold – Bei Hautproblemen und Gelenkbeschwerden.
  • Nr. 26: Selenium – Antioxidative Wirkung, Unterstützung der Muskulatur.
  • Nr. 27: Kalium bichromicum – Bei Schleimhautentzündungen und Hauterkrankungen.

Anwendung und Aufnahme von Schüßler-Salz-Tabletten

Die korrekte Anwendung von Schüßler-Salzen ist entscheidend für ihre Wirksamkeit. Die Tabletten sollten langsam im Mund zergehen gelassen werden. Dies ermöglicht eine Aufnahme über die Mundschleimhaut, was als der effizienteste Weg für die Aufnahme der potenzierten Mineralsalze gilt. Das Schlucken der zerfallenen Tablette mit Wasser ist ebenfalls eine gängige Methode, die aber als weniger direkt angesehen wird.

Der „Kurmäßige“ Einsatz und die „Akut“-Anwendung

Die Anwendung von Schüßler-Salzen kann zwei Hauptformen annehmen: den kurmäßigen Einsatz und die Akutanwendung. Beim kurmäßigen Einsatz werden die Salze über einen längeren Zeitraum, oft mehrere Wochen oder Monate, eingenommen, um tieferliegende Ungleichgewichte im Körper auszugleichen. Die Akutanwendung zielt auf kurzfristige Beschwerden ab, wobei die Salze häufiger eingenommen werden können.

Dosierungsempfehlungen

Für die Akutanwendung wird häufig empfohlen, stündlich eine Tablette einzunehmen, bis eine Besserung eintritt. Bei chronischen Beschwerden oder zur Kur werden in der Regel 2-3 Mal täglich 1-2 Tabletten empfohlen. Die genaue Dosierung kann jedoch je nach individuellem Bedarf und den Empfehlungen eines erfahrenen Anwenders oder Therapeuten variieren.

Wissenschaftliche Perspektive und Erfahrungsberichte

Es ist wichtig zu erwähnen, dass die klassische Schulmedizin die Wirksamkeit von Schüßler-Salzen jenseits des Placebo-Effekts nicht anerkennt. Dies liegt daran, dass die Menge der potenzierten Mineralsalze in den Tabletten oft so gering ist, dass sie nach den gängigen wissenschaftlichen Maßstäben keine physiologische Wirkung entfalten kann. Die positive Wirkung, die viele Anwender berichten, wird daher oft auf den Placebo-Effekt, die intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und die unterstützende psychologische Komponente der Anwendung zurückgeführt.

Die Rolle des Placebo-Effekts

Der Placebo-Effekt beschreibt die positive Auswirkung, die eine Behandlung haben kann, obwohl diese selbst keine spezifische pharmakologische Wirkung besitzt. Die Erwartungshaltung, die bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Beschwerden und die positive Zuwendung durch die Anwendung können zu einer spürbaren Verbesserung des Wohlbefindens führen. Bei Schüßler-Salzen spielt dieser Effekt eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Individuelle Erfahrungen und die Bedeutung der Selbstwahrnehmung

Viele Menschen, die Schüßler-Salze anwenden, berichten von positiven Erfahrungen und einer Verbesserung ihrer Symptome. Diese individuellen Berichte sind ein wichtiger Teil der Tradition und Anwendung von Schüßler-Salzen. Die bewusste Entscheidung für ein Mittel und die damit verbundene Selbstfürsorge können bereits therapeutische Effekte haben. Es ist jedoch ratsam, bei anhaltenden oder schweren Beschwerden stets einen Arzt zu konsultieren.

Häufig gestellte Fragen zu Schüßler-Salz-Tabletten

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Schüßler-Salz-Tabletten: Inhaltsstoffe und Eigenschaften erklärt

Was sind die Hauptinhaltsstoffe von Schüßler-Salz-Tabletten?

Die Hauptinhaltsstoffe von Schüßler-Salz-Tabletten sind die potenzierten Mineralsalze (eine Auswahl aus 12 Hauptsalzen und 15 erweiterten Salzen) sowie die Hilfsstoffe Laktose und in geringer Menge Magnesiumstearat. Die Mineralsalze sind in sehr starker Verdünnung (Potenzierung) vorhanden.

Wie wirken Schüßler-Salze im Körper?

Nach der Lehre von Dr. Schüßler wirken die Salze, indem sie biochemische Prozesse in den Körperzellen regulieren und ein Ungleichgewicht von Mineralsalzen ausgleichen. Die schulmedizinische Erklärung verweist auf den Placebo-Effekt und die Selbstwahrnehmung.

Wie sollte ich Schüßler-Salz-Tabletten einnehmen?

Du solltest die Tabletten langsam im Mund zergehen lassen, um eine Aufnahme über die Mundschleimhaut zu ermöglichen. Das Schlucken mit Wasser ist ebenfalls möglich.

Gibt es Nebenwirkungen bei der Einnahme von Schüßler-Salzen?

Bei korrekter Anwendung sind Nebenwirkungen von Schüßler-Salzen extrem selten. Theoretisch kann es bei einer beginnenden Entgiftung zu vorübergehenden Symptomverschlimmerungen kommen, die aber als Zeichen der Wirkung interpretiert werden.

Sind Schüßler-Salze für Kinder geeignet?

Ja, Schüßler-Salze gelten als gut verträglich und sind daher auch für Kinder geeignet. Bei Säuglingen und Kleinkindern können die Tabletten in etwas Wasser aufgelöst werden.

Kann ich verschiedene Schüßler-Salze gleichzeitig einnehmen?

Ja, die gleichzeitige Einnahme verschiedener Schüßler-Salze, auch bekannt als Kombinationen, ist gängige Praxis. Eine Auswahl von 2-3 Salzen ist üblich. Bei Unsicherheiten ist die Beratung durch einen erfahrenen Anwender empfehlenswert.

Welche wissenschaftliche Evidenz gibt es für die Wirksamkeit von Schüßler-Salzen?

Die klassische wissenschaftliche Forschung konnte bisher keine eindeutige, über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirksamkeit von Schüßler-Salzen nachweisen. Die positiven Erfahrungsberichte vieler Anwender bleiben ein wichtiger Aspekt ihrer Anwendung.

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